FAQ - Häufig gestellte Fragen

 

Wie ist unsere Vorstellung von einer typvollen Birmakatze?

Die Kopfform stark verkürzt zu züchten und zudem kugelrund, das ist kein Problem für einen engagierten Züchter, sondern nur eine Frage der Zeit und der gezielten Selektion. Auch ein Fell mit viel Volumen und Unterwolle lässt sich durch gezielte Zuchtauswahl geschickt steuern.

Doch wir waren und sind auch in unseren Basis-Catterys - “Of Irawadi-Nimh” und “De mon Coeur” - der Meinung, dass wir einen Birmatyp züchten möchten, der sich deutlich von den anderen Rassen abgrenzt und dem ursprünglichen Birmatyp nahe kommt. Wir versuchen folglich einen starken Persereinfluss, sowohl in der Augenform, Fellbeschaffenheit und –Volumen, als auch in der Kopfform von unseren Katzen fernzuhalten oder beim Nachwuchs heraus zu mendeln.

Ebenso halten wir es auch bei unseren RiBo´s Birmakatzen. Unsere Katzen werden daher keinesfalls wie ‚Colourpoints mit Nase‘ aussehen. Liebhaber von “puppengesichtigen” oder “perserhaften” Birmakatzen werden vermutlich niemals einen emotionalen Zugang zu unseren Katzen finden. Doch alle, die eine Birmakatze in ihrer Ursprünglichkeit schätzen,  werden diesen Birmatyp mögen!

 

War es wirklich nötig zwei weitere Farben herauszuzüchten?

Wer kann schon sagen, was wirklich nötig ist. Hätten Züchter seit jeher so gedacht, gäbe es die Birmakatze vielleicht gar nicht oder wir könnten uns bei der Birmakatze auch heute noch ausschließlich an der Farbe Seal-Point, im Höchstfall zusätzlich an der Farbe Blue-Point, erfreuen. Alle anderen Farben und Muster, an denen wir heute unsere Freude haben, würden nicht existieren! Doch jede Einbringung neuer Merkmale führt in den Reihen der Züchter zwangsläufig nicht nur zu Begeisterungsstürmen und Sympathien, sondern immer auch zu Kritik und Ablehnung gegenüber dem Neuen und Unbekannten. So war es auch schon während der vorangegangenen Zuchtprogramme, gleich welcher Farbe. Letztendlich möchte sie aber heute keiner mehr missen.

Aber warum sollte man nun auch noch Cinnamon züchten, wo es ohnehin schon so viele Farben und Muster gibt? Cinnamon stellt die letzte Farbe der sogenannten “Schwarzserie” dar. Sie gehört also zu den Grundfarben und – unserer Meinung nach – einfach der Vollständigkeit halber zu der bereits vorhanden Farbpalette dazu. Erst mit ihr werden die Birma-Basisfarben komplett. Fawn ergibt sich als Verdünnung von Cinnamon dann quasi als Zugabe.

 

Hätte man auch eine andere Rasse als Balinesen für die Einkreuzung nehmen können?

Das Farbgen für Cinnamon tragen bisher nur recht wenige Rasse. Bei den meisten dieser Rassen ist die Zucht dieser Farbe noch im Aufbau oder steckt noch in den sprichwörtlichen Kinderschuhen.

Seinen Ursprung hat Cinnamon in der Abessinier- und Somali-Zucht. Somalis und Abessinier erschienen uns für unser damaliges Zuchtprogramm ungeeignet, da sie gleichzeitig das Ticked-Tabby in die Birmakatze eingebracht hätten, was nicht gerade wünschenswert für die gesamte Tabbypoint-Zucht gewesen wäre. Ebenso hätte die Augenfarbe über viele Generationen unter dieser Einkreuzung gelitten. Durch Gespräche mit Oriental-Züchtern wussten wir auch, dass dort lange daran gearbeitet wurde, die etwas eigensinnige Wesensart der Abessinier/Somalis wieder auszumerzen, da diese nicht sonderlich mit dem Oriental-Wesen harmonierte.  Welchen Einfluss die Abessinier-/Somali-Wesensart auf das Birmawesen genommen hätte, wissen wir nicht ...

Mittlerweile gibt es auch BKHs (Britisch Kurzhaar) in den Farben Cinnamon und Fawn. Obwohl für manchen diese Rasse vielleicht geeigneter erscheint, da sie ja ein rundes Gesicht, eine kurze Nase und einen gedrungenen Körperbau hat, hätte sie für die Birmakatze mehr Nachteile als Vorteile gebracht: Die Augenfarbe wäre mit einem Schlag Wasserblau, die Kopfform, die bei vielen Birmas ohnehin schon zu rund ist, wurde noch verstärkt, die Haarlänge würde stark gedrosselt, da es sich bei BKHs bekanntlich um Kurzhaarkatzen handelt. Der Körperbau wäre viel zu gedrungen für eine Birmakatze geworden. Im übrigen gab es in dieser Rasse nur sehr wenige Pointkatzen in Cinnamon/Fawn, da die Zucht noch in den Kinderschuhen steckte. Wir hätten also auf die vollfarbige Variante dieser Rasse zurückgreifen müssen. Das hätte bedeutet,  dass wir, zusätzlich zu allen anderen Dingen, wieder eine Maske in unseren Nachwuchs hätten züchten müssen. Zudem hatten die meisten Cinnamon/Fawn-Farbvertreter der BKH´s - für uns persönlich - zu wenig Rufusanteil, so dass sie für unser Zuchtprogramm ohnehin nicht in Frage gekommen wären. Kurzum, wir hätten also noch mehr züchterische Arbeit vor uns , als ohnehin schon.

Nun kommen wir im Vergleich dazu mal zu den Siamesen und Balinesen. Rein vom Äußeren sehr schlanke Katzen, mit einem spitzen Kopf. Dazu muss man jedoch wissen, dass Balinesen zwar schlanker aussehen als Birmakatzen, aber vom Gewicht nahezu identisch sind. Letztendlich verbindet man Perser und Colourpoints sicher eher mit einer Birma, als diese beiden Rassen. Aber Hand aufs Herz, ist eine Birma wirklich die Unterkategorie einer Colourpoint?

Die Rasse der Birma wurde in ihren frühen Jahren maßgeblich mit durch die Siamkatze geprägt. Ohne die Siamkatze gäbe es keine Birmakatze. Die Perserkatze trug natürlich auch ihren Part bei, aber nur durch eine ausgewogene Mischung entstand eine individuelle, unverwechselbare Rasse – die Birmakatze. Beide Rassen, Perser und Siam, ließen ihre Merkmale zurück. Um das Aussehen der Birmakatze abzurunden waren natürlich, wie jeder weiß, auch noch andere Rassen nicht ganz unbeteiligt.

In der jüngeren Zeit (letzten 20 Jahre) fanden Einkreuzungen fast ausschließlich über Perserkatzen statt. Ein Umstand, der bis heute seine Spuren in der Birmazucht hinterlassen hat. Allerdings haben wir uns mittlerweile an das üppige Fellvolumen, die kürzeren Nasen, die runderen Köpfe und Augen und die kürzeren, stämmigen Beine gewohnt. Nur wenige kennen noch den ursprünglichen Birmatyp, den es vor diesen Einkreuzungen gab. Auch diese Katzen waren keine “Spitzgesichter”, aber auch keine Variante der Colourpoint mit etwas längerer Nase.

Doch kommen wir zurück zu den Balinesen und unserem Zuchtprogramm: Trotz des schlanken Körperbaus etc. überwiegen bei den Balinesen und Siam-Variant (Siamesen, die das Gen für Langhaarigkeit tragen) die Vorteile, so dass wir uns beim Outcross gezielt für diese Rassen entschieden haben.

Bei den Balinesen gibt es einen erstklassigen Cinnamon-Farbton, das Wesen dieser Rassen bildet eine hervorragende Ergänzung zu dem Birmawesen, eine gute blaue Augenfarbe ist bereits vorhanden, es liegt bereits eine Maskenzeichnung vor, auch das halblange Fell ist bereits gegeben oder wird im Erbgut getragen, wie bei der Siam-Variant. Nicht zu vergessen ist, dass die Balinesen in unserem Zuchtprogramm nicht mit den hochgezüchteten Siamesen, die ein jeder von Ausstellungen kennt, zu vergleichen sind. Wir haben bei der Auswahl gezielt auf einen gemäßigten Typ geachtet.

Viele vermuten, dass durch die Einkreuzung von Balinesen und Siam-Variant das Fell stark gemindert und die Kopf- und Körperform negativ verändert würde, so dass es über mehrere Generationen Zuchtarbeit bedeutet, bevor dieser Einfluss wieder eliminiert ist. Sicher, keine Fremdeinkreuzung geht spurlos an einer Rasse vorbei. Hätten wir damit gerechnet, dürften wir uns nicht Züchter nennen. Uns war von vornherein klar, dass wir die nächsten Jahre beschäftigt sein würden, wollten wir dieses Zuchtprogramm seriös und professionell durchführen. Viele Eigenschaften veränderten sich jedoch erstaunlich rasch und zeigten sich in der gewünschten Form schneller als zu Beginn erwartet.

Da wir mit unserer Zucht nicht erst gestern begonnen haben, sondern bereits aus dem “Nähkästchen plaudern” können, sind wir in der Lage viele Bedenken zu zerstreuen, die bezüglich dieser Einkreuzung geäußert werden.

Letztendlich sollten wir die Siamesen-/Balineseneinkreuzung vielleicht auch als Chance verstehen, um den zum Teil noch deutlich vorhandenen Persereinfluss  entgegen zu wirken und der Birmakatze wieder ihre Ursprünglichkeit zurück zu geben.

Abschließend sei gesagt, egal für welche Rasse wir uns bei dem Outcross entschieden hätten, es wäre eine Illusion zu glauben, dass es eine Katzenrasse ohne irgendwelche Probleme gibt.

 

Ist Cinnamon eine weitere Variante der roten Fellfarbe?

Nein, die Farbe Cinnamon hat mit der Farbe ROT nichts gemein. Die rote Fellfarbe der Katze wird geschlechtsgebunden durch das Gen O vererbt. Red gehört, wie Creme und Tortie, zur sogenannten “Rotserie”. Cinnamon dagegen gehört zur sogenannten “Schwarzserie”. Die Vererbung erfolgt durch das Gen bl und ist nicht geschlechtsgebunden. Cinnamon ist mit den Farben Seal und Chocolate verwandt, aber nicht mit Red.

 

Sind die Farben Cinnamon und Sorrel identisch?

Ja und Nein. Beide Farben basieren auf dem Gen bl für Cinnamon. Während Cinnamon eine reine Solidfarbe (Farbe ohne Tabbyzeichnung) darstellt, weist Sorrel eine abessinier-typische Tabbyzeichnung auf. Sorrel ist folglich eine Tabby-Farbbezeichnung. Dieses sogenannte Ticked Tabby verändert natürlich auch unweigerlich die Farbe. Der Farbton wird durch das helle Agoutiband etwas aufgehellt und intensiver rot als bei der Solidvariante dieser Farbe. Letztendlich lässt der Farbton der Farbe Sorrel also nicht auf die eigentliche Farbe Cinnamon schließen – trotz der selben genetischen Farb-Grundlage.

 

Kann ich Cinnamon-Point mit Red-Point verwechseln?

Nein, die Gefahr besteht überhaupt nicht. Cinnamon ist viel bräunlicher als die Farbe Red, hat einen völlig anderen genetischen Ursprung und weist als Solidfarbe keine Tabbyzeichnung wie Red auf. Aber auch Cinnamon-Tabby-Point ist selbst von Laien nicht mit Red- oder Red-Tabby-Point zu verwechseln. Zudem sind die Nasenspiegel und Karpalballen beider Farben völlig unterschiedlich gefärbt.

 

Kann Cinnamon mit einer anderen Farbe verwechselt werden?

Nein, wer diese Farbe einmal in Natura sah, wird diese Frage kaum stellen. Der Farbton ist einzigartig und grenzt sich deutlich von allen anderen Farben ab. Selbst im zarten Kittenalter besteht keine Verwechslungsgefahr.

 

Was bedeutet Rufusanteil oder Rufusfaktor?

Als Rufusanteil oder Rufusfaktor bezeichnet man einen rötlichen Unterton in der eigentlichen Farbe, der die betroffene Farbe sehr warm erscheinen lässt. Bei der Farbe Cinnamon bewirkt der hohe Rufusanteil den schönen, warmen, rehbraunen Farbton und er ist charakteristisch für diese Farbe.

Diese rötliche Tönung wird durch eine Gruppe von Genen bewirkt, die man als Rufusgene bezeichnet. Die Vererbung erfolgt polygen. Die Rufusgene sind nicht mit dem Gen für die rote Fellfarbe der Katze zu verwechseln. Sie bewirken keine eigenständige Farbe, sondern verändern nur den Grundton der einzelnen Farben. In der Silberzucht ist ein hoher Rufusanteil unerwünscht, da er der Silberfärbung einen gelblichen Ton verleiht ( nicht zu verwechseln mit Goldfärbung!!!).

 

Hat Cinnamon ein Ticking?

Nein, ein Ticking ist die Bezeichnung für eine bestimmte Tabbyzeichnung. Cinnamon kann wohl in Verbindung mit dieser abessinier-/somali-typischen Tabbyzeichnung auftreten, aber die Basisfärbung weist kein Ticking und auch sonst keine Tabbyzeichnung auf.

 

Warum sieht Cinnamon nicht aus wie Sorrel?

Cinnamon kann nicht aussehen wie Sorrel! Die Bezeichnung Sorrel beschreibt eine Tabby-Farbe. Folglich wird die eigentliche Farbe durch die Ticked-Tabbyzeichnung verändert.

Dazu muss man wissen, dass ein Tabby-Haar hellere und dunklere Bänder aufweist. Die dunklen Bänder zeigen die genetisch festgelegte Ursprungsfarbe, die helleren hingegen sind eher gelblich-grau, im Fall der Farbe Sorrel intensiv rötlich getönt. Das sogenannte Ticked Tabby ist vergleichbar mit der Zeichnung von Wildkaninchen. Die einzelen Haare weisen nur 1 bis 2 dunkle Bänder auf, die restliche Farbe des Haares wird durch die hellen Agouti-Bereiche bestimmt. Es zeigen sich folglich dunkle Haarspitzen und eine gelblich-graue Basis.

Da Sorrel ein Ticked-Tabby (Abessinier-Tabby) aufweist, sieht man hauptsächlich diese helleren Agouti-Bänder, nur an den Haarspitzen befindet sich noch die ursprüngliche Farbe Cinnamon. Die hellere Tabby-Bänder zeigen die für sorrel typische intensive, rote Farbe.

Kein Mensch käme auf die Idee, dass Seal oder Schwarz so auszusehen hätte, wie die Farbe “Wildfarben” bei den Abessiniern. Leider trifft man aber immer wieder auf Leute (auch Richter bilden hier keine Ausnahme), die Cinnamon gleichsetzen mit Sorrel und die selbe fuchsrote Farbe erwarten. Kennt man die genetischen Hintergründe beider Farbbezeichnungen, dürfte sich ein solcher Vergleich eigentlich erübrigen! 

 

Ist Fawn-Point wirklich noch viel heller als Lilac-Point?

Viel heller ist Fawn-Point eigentlich nicht, aber anders getönt als Lilac-Point. Die Farbe Fawn zeigt sich als ein warmes Sandbeige, Lilac im Vergleich dazu eher als helles Grau mit einem leichten rosa Schimmer (siehe “Ohren-Parade”) Besonders deutlich sieht man den Unterschied beider Farben bei den Tabby-Point-Vatietäten.

 

Gibt es in der Cinnamon-Zucht Probleme mit den weißen Abzeichen?

Das Markenzeichen der Birmakatze – die weißen Handschuhe und Sporen – sind eigentlich kein großes Problem. Da die Handschuhe nicht, wie oft angenommen, rezessiv vererbt werden, hatten wir bereits in der ersten Generation nach der Kreuzung (F1-Generation) Jungtiere mit völlig unterschiedlichem Weißanteil an den Pfoten. Einige der Kitten zeigten, im wahrsten Sinne des Wortes, nur drei weiße Haare, andere hatten einzelne weiße Zehenglieder, wieder andere hatten bereits kleine Handschuhe an allen vier Pfoten. Man höre und staune, vereinzelt zeigten unserer Hybrid-Kitten bereits Sporen! Wie man an dieser Ausführung deutlich sieht, sind die weißen Abzeichen also kein ernstzunehmendes Problem.

Allerdings betreiben wir unsere Selektion nicht auf den vorhandenen Weißanteil der Katzen. Andere Eigenschaften sind uns da weitaus wichtiger. Die einer neuen Farbe erfordert immer erst eine Stabilisierung des Typs, bevor der Weißanteil wieder von Bedeutung ist. Was nützen die besten Handschuhe und Sporen, wenn die entsprechende Katze in Bezug auf Farbe, Körperbau etc. nicht den Erwartungen entspricht. Doch leider zeigen sich nicht immer alle gewollten Eigenschaften an einem einzigen Tier, dazu ist die Cinnamon-Zucht einfach noch zu jung. So kann es durchaus sein, dass wir eine Katze für die Weiterzucht auswählen, obwohl sie nur wenig oder gar kein Weiß zeigt, dafür aber in einem anderen, wirklich wichtigen Merkmal, unseren Anforderungen entspricht. Ziel unseres Zuchtprogramms ist es, typvolle Birmakatzen in Cinnamon- und Fawn-Point zu züchten.  Wenn die Handschuhe im Laufe der Zeit auch exzellente Abmessungen erreichen, ist das sehr erstrebenswert, aber für unsere Zuchtauswahl nicht vorrangig. 

 

Bereitet die Fellstruktur in der Zucht der Birmakatzen in den neuen Farben Probleme?

Nein, das Fell ist kein großes Problem. Bereits in der F1- Generation (F1=1. Folgegeneration nach einer Kreuzung) hatten wir zum Teil Jungtiere, die es mit jeder Birmakatze hätten aufnehmen können. Um es mit den Worten einer langjährigen, deutschen Birmazüchterin und international anerkannten Richterin zu beschreiben, der diese Kitten vorgestellt wurden: “Einfach toll - ein Fell, wie ich es schon seit Jahren nicht mehr zu Gesicht bekommen habe! Genau so sollte ein Birmafell sein und nicht anders.”

Innerhalb unseres Zuchtprogramms zeigte es sich in aller Deutlichkeit, dass es sehr einfach ist, Unterwolle und Länge in ein Fell hinein zu züchten. Viel problematischer ist es, ein Zuviel wieder zu eliminieren. Die Gene, die für die Unterwolle verantwortlich sind, scheinen äußerst hartnäckig zu sein. Auch die Haarlänge ist durch entsprechende Verpaarung schnell auf ein Medium-Maß zu bringen, so dass man eher ein Auge darauf haben muss, dass das Fell nicht Perserlänge bekommt. Schließlich ist die Birmakatze eine Semi-Langhaarkatze und keine Langhaarkatze.

Schwieriger ist es, die erreichte Griffigkeit des Fells beizubehalten. Leider ist die Perserhaarstruktur, die viele Birmakatzen auch heute noch tragen, deutlich stärker und verdrängt die erreichte, seidige Haarstruktur sehr schnell. Ein Umstand dem man bei der Zucht also große Beachtung schenken muss, will man die erlangte, großartige Haarstruktur nicht wieder verlieren.

 

Haben die Cinnamon/Fawn-Birmas gerade Nasen wie die Siamesen?

Nein, die gerade Nasenlinie ist bereits in der ersten Generation gebrochen. Jedem Siamzüchter würde es grauen, bei einer solchen Rundung in der Nasenlinie. Die Arbeit von Generationen an Siamzüchtern, die bestrebt waren die Nasen gerade zu züchten, würde durch ein einziges Outcross sofort zunichte gemacht. Für uns Birmazüchter natürlich ein äußerst positiver Umstand.

 

Muss ich befürchten, dass in den nachfolgenden Generationen kurzhaarige Jungtiere geboren werden, da die Farbe Cinnamon ja zum Teil über Siam eingekreuzt wurde?

Nein, die Gefahr besteht überhaupt nicht. Kurzhaarige Kitten können nur geboren werden, wenn mindestens ein Elternteil kurzhaarig ist. Das Gen für Kurzhaarigkeit kann nicht verdeckt getragen werden. Wird eine Birmakatze mit einer anderen Birmakatze verpaart, können nur (Semi-)Langhaar-Kitten geboren werden. Vorhandene kurzhaarige Ahnen spielen dabei keine Rolle, da deren Kurzhaarigkeit bei den Nachkommen genetisch nicht mehr vorhanden ist.

 

Wie kommt es zu unausgefärbten Masken und was kann ich dagegen tun?

Dieses Problem zeigt sich häufig bei Trägertieren und Farbvertreter von Chocolate und Cinnamon, einschließlich ihrer Verdünnungsvarianten. Dabei darf man die Beseitigung der unvollständigen Masken nicht farbspezifisch auf die einzelnen Farbgruppen festgelegt sehen. In der Praxis zeigt sich, dass die Bekämpfung dieses Übels durchaus farbübergreifend stattfinden kann.

Zum besseren Verständnis hier einige genetische Grundlagen: Sowohl die Farbe Seal, als auch die Farben Chocolate und Cinnamon basiert auf dem dunklen Farbstoff Eumelanin. Die Farben Chocolate und Cinnamon ergeben sich durch eine mutierte Form des Gens für Seal (Gen B= Seal, Gen b= Chocolate, Gen bl= Cinnamon). Dabei zeigt sich, dass durch diese Mutation nicht nur optisch die Farbe verändert wird, sondern dass das gebildete Melanin (Farbstoff) häufig auch temperaturempfindlicher wird. Da die Pointzeichnung der Birmakatze eine Kältefärbung darstellt (die Farbe entwickelt sich nur an den kühleren Körperstellen), zeigt sich unter normalen Umständen an den Points eine gewünschte Ausfärbung, da dort die Körpertemperatur etwas niedriger ist als am restlichen Körper. Leider ist das nicht immer so: Häufig kommt es gerade bei Chocolate, Cinnamon und Trägern dieser beiden Farben zu unvollständigen Masken: Die Farbe liegt hauptsächlich im Bereich der Nase und der Ohren – das Kinn und die Schnurhaarkissen bleiben hell. Ebenso befindet sich häufig eine helle Brille um die Augen.

Um das Problem an der Wurzel zu fassen, gilt es hier den Farbstoff der betroffenen Tiere in den nächsten Generationen zu stabilisieren. Dies ist nur durch die Verpaarung mit Rassevertretern möglich, die nicht diesen extrem thermosensiblen Farbstoff aufweisen. Beginnen wir also in der Cinnamon-Zucht mit der Stabilisierung, führt dies auch unweigerlich bei den Trägertieren diverser Farben (Seal, Chocolate etc.) zu einem positiven Ergebnis. Und Skeptikern sei gesagt: Es funktioniert!

 

Die Problembeseitigung ist jedoch eine Aufgabe, die gute genetische Kenntnisse und eine gewisse Zuchterfahrung voraussetzt.